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eine der bekanntesten und sicher auch
bedeutendsten genetisch bedingten
erkrankungen des bewegungsapparates ist die,
speziell bei grossen hunderassen, auftretende
hüftgelenkdysplasie.
die hüftgelenksdysplasie ist eine entwicklungs-
störung des hüftgelenkes, die ein- oder
beidseitig auftreten kann.
im wesentlichen besteht sie aus einer
abflachung der hüftgelenkspfanne und der
daraus resultierenden inkongruenz des
hüftgelenkes.
die abflachung kann bereits angeboren sein,
alternativ als eine sekundäre folge von
verminderter festigkeit der gelenksbänder und
der hüftgelenkpfanne in erscheinung treten.
das ergebnis ist immer, das fehlen des festen
haltes für den oberschenkelknochen, mehr
oder weniger unkontrolliert, frei bewegt, führt
dies zu unphysiologischen und unregelmäßigen
abnützungserscheinungen an den
gelenksknorpeln von oberschenkelkopf und
hüftgelenkspfanne.
die verminderte gleitfähigkeit der
gelenksflächen verursacht schmerzhafte
lahmheiten, die das bekannte klinische bild der
hd typisieren. die hunde haben beschwerden
beim aufstehen, sowie den ersten schritten,
sie werden schnell müde, treppensteigen,
steigungen überhaupt fallen ihnen schwer, sie
zeigen einen typisch schwankenden gang,
fallen beim kurvengehen um und zeigen
schwierigkeiten beim springen.
die sicherste diagnose ist durch die rötgen-
untersuchung gegeben.
am röntgenbild selbst werden drei aspekte
ausgewertet,
die kongruenz des hüftgelenkes, erkennbar an
einem gleichmäßig breiten gelenkspalt,
der norberg-winkel, dieser winkel wird gebildet
von der verbindungslinie der beiden mittel-
punkte des oberschenkelkopfes einerseits
und andererseits durch die verbindungslinie
zwischen dem mittelpunkt eines oberschenkel-
kopfes und dem vorderen rand der
hüftgelenkspfanne - dieser winkel beträgt bei
gesunden hunden 105° und mehr -
veränderungen an der hüftgelenkspfanne und
am oberschenkelkopf.
die ergebnisse dieser drei kriterien werden in fünf hd gruppen differenziert.
oberschenkelkopf und hüftgelenkspfanne sind
kongruent, der gelenkspalt ist eng und
gleichmässig.
der vordere rand der hüftgelenkspfanne ist
scharf oder geringgradig abgerundet.
oberschenkelkopf und hüftgelenkspfanne sind
nicht kongruent, wobei der norberg-winkel
größer oder kleiner als 105° sein kann und der
rand der hüftgelenkspfanne erscheint unscharf.
oberschenkelkopf und hüftgelenkspfanne sind
inkongruent, der norberg-winkel beträgt
100° bis 105°.
der vordere rand der hüftgelenkspfanne ist
geringgradig abgeflacht, geringgradige
anzeichen von arthrotischen veränderungen
der hüftgelenkspfanne sind erkennbar.
starke inkongruenz zwischen oberschenkelkopf
und hüftgelenkspfanne bereits mit
verschiebung des oberschenkelkopfes aus einer
normalen position. der norberg-winkel ist
größer als 90°und eine deutliche abflachung
des vorderen randes der hüftgelenkspfanne
sowie deutliche arthrotische merkmale.
auffallende dysplasie/verformung des
hüftgelenkes, der norberg-winkel ist kleiner
als 90°und eine deutliche abflachung des
vorderen randes der hüftgelenkspfanne, deformation des oberschenkelkopfes.
in deutschland gibt es den hohenheimer kreis
der gutachter, die auf ihren jährlichen
tagungen eine angleichung der hd-begutachter
vornehmen.
für den hovawart ist sehr positiv, dass seit
vielen jahren ein gutachter, prof. dr. saar,
sowohl für den rzv wie auch für den hzd
verantwortlich gutachtend tätig ist.
die jährlichen hzd zuchtberichte zeigen einen
sehr hohen prozentsatz unserer hovawarte mit
a1 hüftgelenken, insgesamt ist also eine
entwicklung zu vorzüglichen hüftgelenken
dokumentiert.
frau dr. berges / rzv zuchtleiterin schreibt,
daß ein nachröntgen bei b-/ und
c-beurteilungen möglich ist, da sich hüft-
gelenke stabilisieren und zu einem späteren
zeitpunkt möglicherweise ein besseres ergebnis
ausweisen.
ebenso schreibt sie, dass ein hund mit dem
befund hd-c in der regel ein völlig
beschwerdefreies leben führen kann, auch und
gerade wenn er gefordert und bewegt wird.
die hzd gibt vor, das die untersuchung auf
hüftgelenksdysplasie ab dem 12 lebensmonat
durchgeführt werden kann.
wir empfehlen die röntgenuntersuchung
zwischen dem 15ten und dem 20igsten
lebensmonat durchzuführen. der vorteil liegt in dem, bis zu diesem zeitpunkt, finaler ausgebildeten skelettapperat des hundes.
auch ist damit zu rechnen, dass die auswertung
bis zum erreichen des 24igsten lebensmonates,
dem frühesten zeitpunkt für eine zucht-
tauglichkeitsprüfung, für deren bestehen der
hd-befund relevant ist, vorliegt.
zunächst ist ein termin bei einem tierarzt zu
koordinieren, welcher ausgerüstet ist diese
hd-röntgenuntersuchung durchzuführen.
einzuplanen sind ein dreiviertel tag für dieses
date. an diesem tag bleibt ihr hovi nüchtern, denn
es erwartet ihn eine vollnarkose.
wir folgten der empfehlung unseres tierarztes
und liessen vorher die narkosefähigkeit von
belinda durch einen bluttest checken.
mitzubringen sind hovi, die ahnentafel, das
formular - dieses sende ich individuell zu -
hier ist die hd-untersuchung durch den
tierarzt einzutragen.
zwecks eindeutiger identifizierung prüft der
tierarzt die chipnummer und gleicht sie mit
den papieren ab. ebenso prüft der tierarzt das
gebiss auf vollzahnigkeit, bei den rüden
weiterhin das vorhandensein beider hoden
und dokumentiert dieses auf dem
vorgenannten formular.
ist alles i.o. und vorbereitet, so erhält der
hund die vollnarkose, inzwischen ist der
röntgenraum gerichtet, der hovi wird für die
aufnahme plaziert, die hinterläufe werden
sensibel auseinandergelegt und der auslöser
betätigt.
es folgt die prüfung der aufnahme, ist der ausschnitt präzise und kontrastreich belichtet?!
erforderlich ist eine getreckte aufnahme.
ist dies gegeben so wird der hovi in den
aufwachraum gebracht, in unserem fall dauerte
diese phase fünf stunden, ich fuhr nach hause
und erhielt nachmittags den anruf unseres
tierarztes, nachdem belinda erwacht und transportfähig war. sie schwankte, war
schläfrig, zuhause folgte schonzeit.
im weiteren verlauf sendet der tierarzt die
röntgenaufnahme zusammen mit dem
ausgefüllten formular an prof. dr. saar zu
offiziellen auswertung, die ahnentafel
stempelt er ab, diese verbleibt bei ihnen.
nun ist abzuwarten, in unserem fall fand die
untersuchung am 18. september 1999 statt,
die hd-auswertung erhielten wir postalisch
am 2. november 1999 retour.
wir wünschen guten mut, gutes gelingen und
beste ergebnisse!
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